Berichte zu Anlässen und Arbeitseinsätzen 2012 und älter



2012

8. September 2012 - Führung durchs Neeracherried

Am 8.9. erwartete uns Leila Bill am Eingang des Neeracherrieds. Wir waren 12 Er- wachsene und 8 Kinder die sich auf eine tolle Führung freuten. Da es um 9.30 Uhr noch recht neblig war hatte Leila das Programm leicht geändert. Das Ried ist eines der letzten grossen Flachmoore der Schweiz. Es bietet Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Viele Zugvögel nutzen es als Zwischenstation auf ihren langen Flugreisen.

Im ersten Naturteich konnten wir mit Netzen bewaffnet eine Handvoll Proben entnehmen und später unter dem Mikroskop sehen was wir an Schätzen im Wasser haben. Libellen- und Mückenlarven, Zikaden, Schneckeneier usw. Was draussen winzig klein aussah wurde oft geradezu beängstigend gross. Anschliessend wanderten wir über Stege hinaus

 


in die Hydes und beobachteten Enten aller Art zB. Krickenten, Stock- und Löffelenten, Grau- und Silberreiher, Mäusebussarde und Milane und gegen Schluss flogen mindestens 12 Störche ein. In einer zusätzlichen Ecke zeigte uns Leila wie genau die Wildbienen leben, was man als Trockenmauer oder als Asthaufen vielen Tieren bieten kann usw.

Zum Abschluss konnten wir Präparate von Krickente, Graureiher, Kibietz und Eisvogel bestaunen. Die Kinder wie die Eltern mussten Tiere und Namen dem richtigen Lebensraum zuordnen. Eine Riedlandschaft besteht nicht nur aus Schilf, sondern auch Seggen, Sträucher und Bäume gehören dazu. Das wussten wir nun alle. Es war für alle ein tolles Erlebnis und ein herrlicher Spätsommertag.


Fotos: Werner Weibel



28. April 2012 - Wasserwelt Bergdietikon
Die Naturschrschutzgruppe Bergdietikon organisierte gemeinsam mit der Gemeinde eine Exkursion zum Thema Trinkwasser. 


Über 60 interessierte Personen haben sich an diesem strahlend schönen Morgen eingefunden. 




2011

19. November 2011 - Schnitt der Benjeshecke Bilder sagen mehr als Worte...





15. Oktober 2011 - Einweihung Schwalbenhaus

Ein aussergewöhliches Geschenk zum 30jährigen Bestehen der Naturschutzgruppe Bergdietikon! Anlässlich unseres 30jährigen Jubiläums, welches am 3. November 2011 stattfindet, haben wir uns etwas ganz Spezielles ausgedacht. Die Basellandschaft-liche Gebäudeversicherung BGV feierte 2008 ihr 175 Jahr-Jubiläum. An Stelle von teuren Festivitäten leistete sie einen Beitrag zu-gunsten der Natur. Es wurden mindestens 12 Schwalbenhäuser im Baselbiet aufgestellt. Unsere Präsidentin hat davon gelesen und sich erkundigt, wie viel ein solches Haus kosten würde. Es kostete über CHF 10'000, das konnten wir uns nicht leisten. Der Vorstand lehnte bedauernd ab, und wir legten den Wunsch ad acta. Im Sommerurlaub in Österreich entdeckte Anita Weibel vor dem Hotel ein Schwalbenhaus. Es war kaum zu glauben, der Erbauer war ein Schreiner aus dem Baselbiet. Das Haus ist etwas kleiner und kostet CHF 3'050 plus Transportkosten. Weiter erläuterte der Schreiner Andy Junker, dass im Baselbiet solche Häuser mit Hilfe von Sponsoring aus der Bevölkerung aufgestellt wurden. Jetzt sah die Sache für uns wieder anders aus.


Die Mitgliederversammlung unter-stützte das Projekt und wir versuchten in Bergdietikon Sponsoren zu finden. Es war ein sensationeller Erfolg. Das ganze Dorf hat mitgemacht. Die Suche nach dem besten Standort verlief auch gut. Nun steht es neben dem alten Feuerwehrteich am Dorfaus-gang. Warum überhaupt ein solches Haus? Die Mehlschwalben haben immer mehr Mühe Lehm für den Nestbau zu finden. Wege und Strassen sind grösstenteils asphaltiert, Lehm-gruben und Pfützen selten zu finden. Erschwerend kommt dazu, dass die Toleranz von Hauseigentümern gegenüber Nestern von Mehlschwalben stark abgenommen hat. So sind diese Schwalben bald auf der roten Liste.

Nun hoffen wir, dass die Gäste im Frühling 2012 die neuen Betten im "Hotel zur Schwalbe" beziehen werden.
Selbstverständlich gab es anschliessend an die Aufrichte für die fast 50 Anwesenden (grösstenteils Sponsoren), Bratwürste und Getränke sowie Kaffee und Kuchen.




20. August 2011 - Waldrundgang

Genau zu unserem Waldumgang mit Förster Peter Muntwyler kehrte der Sommer noch-mals zurück. 27 Teilnehmer, darunter 3 Kin-der und mehrere Hunde starteten vom Gemeindehaus aus Richtung Schnepfen-weiher. Oben angelangt schilderte die Präsidentin die verschiedenen Pflegeaktionen der letzten Jahre und erklärte was hier alles kreucht und fleucht. Fritz Salm, Besitzer eines Teils des Gebietes wusste viel Geschichtliches. Der Weiher hat mehr Licht als früher und verändert sich stetig. Es ist toll, was im Teich alles lebt. Leider kommt neustens der Graureiher und holt sich viele Tiere.
Weiter ging es steil hinauf zur Krete beim Schnepfenhoger. 

Unser Privatwaldförster erklärte uns die Zu-sammenhänge der Waldpflege, von der frü-heren Bewirtschaftung bis hin zur natürlichen Waldverjüngung von heute. Schönen, stabilen und standortgerechten Bäumen wird gezielt mit genügend Lichtgebung geholfen. Hier oben sah man auf der einen Seite einen relativ dunklen Wald mit Fichten, Buchen und Tannen, einen, sogenannten Hallenwald. Föhren stehen auf der Krete. Zur andern Seite hin ist alles offener und heller, ein richtiger 


Mischwald. Beim nächsten Punkt in der Nähe des kleinen Dönibachs war es dunkel, Bäume waren umgeknickt und liegen gelassen. Totholz bietet vielen Tieren Nahrung. Der Borkenkäfer, ein rechter Schädling, hat aber dazu beigetragen, dass wir nun viel mehr Spechte haben. Aus altem Holz wird schlussendlich Walderde und der Kreislauf beginnt von vorne. Wir müssen uns von der alten Idee eines "sauberen" Waldes lösen. Ein aufgeräumter Wald bringt niemandem etwas. Es braucht beides: Wirtschaftswald und Reservate mit Totholz.  

Die letzte Station unseres Rundgangs war beim Eichholz unter der grossen Eiche hoch über dem Limmattal. Die Eiche dient über Tausend Arten aus Fauna und Flora als Lebensraum. 

Beim Gemeindehaus wartete ein Apéro mit tollem selbstgebackenem Spezialzopf von Doris Schneider auf uns. Ein Riesenapplaus an Peter Muntwyler, der uns alle Fragen be-antwortete, und ein herzliches Dankeschön der Präsidentin für die Organisation.




24. Juni 2011 - Exkursion zu den Fledermäusen

Am 24. Juni fuhren 20 Personen nach Mühlau. Dort hatte die Stiftung Fledermausschutz zusammen mit der Stiftung Reusstal etwas ganz spezielles zu bieten. Bei der Sanierung der Kirche konnte Andreas Beck, der kantonale Fledermausexperte beratend mit-helfen, waren doch seit Jahren immer grosse Mausohren heimisch. Hier lebt eine der grössten Kolonien vom Kanton in der Turm-spitze. 400 Weibchen mit ihren Jungen. Die Männchen sitzen einzeln im Gebälk und warten auf die Zeit der Paarung im Herbst. Im April treffen die Fledermäuse zu Hunderten im Dachstock ein. Im Juni kommen die Jungen zur Welt, blind aber schon mit recht grossen Zähnen.
Mama fliegt jede Nacht aus, kilometerweit über Wälder und Wiesen. Ganz kleine Sender wurden montiert um die Strecke mitverfolgen zu können. Sie ernähren


sich von Käfern aller Art. Am Morgen kommen sie heim und finden via Geruch und Ton ihr eigenes Junges sehr bald. Die Begrüssung ist richtig herzlich.

Dann werden die Jungen gesäugt. Sobald die Jungen selbständig sind, ernähren sie sich wie ihre Mütter von Insekten. Im Spätsommer verlassen alle Mausohren ihr Heim. Wo genau sie den Winter verbringen hat man noch nicht herausgefunden. Sie können sich im Winter-schlaf auf Sparflamme herunterfahren.
Wir alle waren fasziniert von den Bildern, es wurde uns auch viel allgemeine Aufklärung geboten. Am Schluss schauten wir alle ge-bannt auf die kleinen Ausflugsschneisen ganz weit oben an der Turmspitze. Einzeln flogen dann die Herrschaften aus.

Herzlichen Dank den Organisatoren! 




31. Mai - Schulwiese Beschilderung der Pflanzen durch die 2. Klasse 

Man findet sogenannte "Unkräuter" fast nirgends mehr. Fein gepflegte Rasen oder neustens kahle "Steingärten" bringen unseren einheimischen Insekten, Schmetterlingen und Bienen praktisch nichts. Bei uns vor dem Schulhaus 1 hat die Naturschutzgruppe mehrere Naturwiesen oder Ruderalflächen angelegt. Die Klasse von Frau Müllhaupt hat Pflanzenschilder gebastelt. Die Kinder haben nur die Namen der Blumen erhalten. Dazu malten sie ein kleines Bild. Dann gaben wir auf der Rückseite das richtige Foto dazu, laminierten das Ganze und befestigten die Schilder an Stäben. Die Kinder erkannten sofort ihre gemalten Bilder. Wir suchten die echte Pflanze und stellten den passenden Stab dazu. Nun ist ein richtiger Schaugarten daraus geworden. Den Sommer über können die Schulkinder


Hummeln, Schmetterlinge und Raupen auf den bestimmten Pflanzen beobachten.  

Aufgrund der Plfanzennamen sind ganz lustige Bilder entstanden. Hier ein paar Beispiele:
Natternkopf: Ein Kopf kommt aus einem See und eine Schlange schwimmt gleich daneben. Frauenmänteli: Natürlich eine Frau und daneben hängt ein schöner Mantel.
Wiesenbocksbart: ein grüner Bock mit einem langen, langen Bart.  

Ein herzliches Dankeschön an alle Kinder und an Frau Müllhaupt für den tollen Einsatz! 





30. April 2011 - Nationaler Tag der Hochstammbäume

Pro Stunde verschwinden in der Schweiz 7 Hochsstamm-Obstbäume! Die Naturschutzgruppe-Bergdietikon will da Abhilfe schaffen.


Letztes Jahr konnte sie Bauer Andreas Löffel überzeugen, Hochstammbäume zu pflanzen. Dieses Jahr hat nun Hans Peyer vom Mädisguet 4 Bäume gepflanzt und zwar 1 Linde, 1 Eiche, 1 Apfel- und einen Zwetschgenbaum. Die Kosten hat die Naturschutzgruppe übernommen. Die Pflege aber übernimmt er gerne und das ist nicht selbstverständlich!

Als Hochstammbäume bezeichnen wir Bäume ab einer Asthöhe von 1.80 m. Im heutigen Landschaftsbild fällt auf, dass hochstämmige Obstbäume immer mehr Niederstammbäumen weichen müssen. Hochstammbäume sind kulturlandschaftlich wichtig und können eine Bereicherung für das Landschaftsbild sein.

Der Rückgang von Obstgärten zeigt auch Wirkung auf seine Bewohner. 2006 wurde in der Schweiz erstmals kein brütender Rotkopf-würger mehr festgestellt. Auch Wendehals 


und Gartenrotschwanz haben stark abgenommen. Die heutigen Obstgärten bieten kaum Nistmöglichkeiten für Höhlenbrüter. Rund die Hälfte der Brutvögel des Obstgartens brütet in Baumhöhlen: Steinkauz, Wiedehopf, Wendehals, Grünspecht und andere Spechte oder Meisen. Sie alle benötigen dicke, kräftige Stämme oder ausfaulende Astlöcher von Hochstamm-Obstbäumen als Brutplätze. Grauschnäpper, Gartenbaumläufer und Gartenrotschwanz brüten in Nischen und Halbhöhlen. Distelfink und andere Finkenarten nisten in Astgabeln und gehören zu den Freibrütern. Im Luftraum zwischen und über den Bäumen jagen Schwalben und Grauschnäpper nach Insekten. Exponierte Äste sind wichtig für Wartenjäger (z.B. Mäusebussard), während Wiedehopf und Drosseln am Boden nach Nahrung suchen.

Bäume die man heute pflanzt und pflegt, haben in der nächsten Generation den höchsten Nutzungsertrag. Daher ist der Anbau von Hochbaumstämmen eine Investition in die Zukunft. 




2010

4. September 2010 - Begehung Naturwaldreservat Egelsee

Bei schönstem Wetter fand der Umgang durch das Naturwaldreservat statt. Die gemeinsame Planung von Gemeinde, Naturschutzgruppe und Kanton hat sich gelohnt. Urs Vogel, unser Gemeinderat, begrüsste 86 Personen. Die beiden Referenten vom Kanton führten die Teilnehmer in zwei Gruppen auf den Rund-gang. Susann Wehrli von der Abteilung Wald erklärte zuerst die Gründe, welche zum Abriss der alten Hütte führten, da dies einige Besucher sehr bedauerten. Es habe viele Ideen zur Nutzung der Hütte gegeben erklärte Wehrli, aber die Hütte sei sehr baufällig gewesen. Einen Rummelplatz wollte man nicht und Vandalenakte schon gar nicht. Nach langem Hin und Her wurde der neue Platz geschaffen mit einem schönen Brunnen und Sitzgelegenheit für ca. 40 Leute.

Unter der grossen Buche Nähe Seematten erzählte Wehrli vom geplanten Erlebnispfad, wo sich kleine und grosse Besucher auf spielerische Art von den Waldbewohnern und ihren Bedürfnissen ein Bild machen können. Ziel ist, mit einer umfassenden modernen Information eine Einheit zu schaffen und die Besucher des Naturwaldreservats für die feinen und kleinen Schönheiten der Natur zu


zu sensibilisieren. Am Seeende warfen wir noch einen Blick in das eigentliche Reservat. Es hat sichtlich mehr Totholz, was für viele Pilze, Insekten, Käfer und Vögel einen guten Lebensraum bietet. Nun kam der Wechsel zu Thomas Egloff, dem Referenten von Landschaft und Gewässer. Er gab interessante Informationen zum See und seiner Entstehung. Am Ende des Sees gibt es jede Menge roter Seerosen, die nicht einheimisch sind. Wer hat sie wohl da hineingetan? Neustens wurden sogar Schildkröten gesichtet. Nebst Fischen wie Hechten, Schleien und Eglis sind auch Amphibien und Edelkrebse da. Das Schilf und die Streuwiesen der Seematten bieten vielen Amphibien Unterschlupf.

Am Schluss der Führung gab es Bratwürste, Cervelats und Most. Herzlichen Dank an die Grilleure W. Weibel und M. Bernet sowie an die ganze Familie Vogel für ihre Hilfe. Ein Dank auch an den Sponsor des Mostes, Kurt Bräm. 




15. Mai 2010 - Besuch im Wildnispark Langenberg

Trotz miserablem Wetter waren wir über 35 Personen, davon ca. 10 Kinder. Gleich zu Beginn erlebten wir bei den Bären die Fütterung mit Fischen. Mama Bär war wohl etwas faul, sie gab sich nicht richtig Mühe den geworfenen Fisch mit den Pranken aus dem Wasser zu angeln. Da waren Papa und der Jungbär Mr. X, er hat noch keinen Namen, viel schneller. Das Bärengehege ist sehr naturnah angelegt, sie haben viel Auslauf und können sich überall verstecken. Die Bären haben sich eine eigene Höhle gebaut wo sie schlafen. Sie machen keinen Winterschlaf sondern nur eine Winterruhe. Die Jungen werden ja im Winter geboren, da kann Mama nicht einfach durchschlafen. Bären sind Allesfresser. Der Pfleger führte uns durch die ehemaligen Käfige, die bis 1998 noch gebraucht wurden. Heute können wir nicht mehr verstehen wie es möglich war so grosse schöne Tiere auf so kleinem fast dunklem Raum gefangen zu halten.Weiter ging es zu den Luchsen. Diese sind sehr scheu. 
Von einer Plattform aus spähten wir ins Grün. 

Hoch oben auf der Birke sass doch wirklich einer von ihnen. Er schielte zu uns und seine Öhrchen stellten sich gerade auf. Lucki kam seinerzeit aus Ostdeutschland – nun sind sie zu Viert mit 2 Jungen. Manchmal gibt es Reh als Futter, die letzten Reste hingen noch an einem Strauch.Über eine Treppe gelangten wir zu den Wölfen. Der Pfleger stellte sich in den Hintergrund da sonst alle weglaufen. Er gilt bei ihnen als Alphatier. 11 Erwachsene und 3 Welpen sind im Rudel. Es sind faszinierende Tiere, geschmeidig laufen sie durch den Wald zum kleinen See. Sie erhalten Hühner, Ratten oder Hirsch als Futter, werden aber nie zur gleichen Tageszeit gefüttert. Das Leben wird so viel interessanter für sie. Nun mussten wir vor zu starkem Regen fliehen und zwar ins Katzenhaus zu den Wildkatzen. Neugierig schauten sie aus dem Fenster oder unter einer Wurzel hervor. Obwohl sie den Hauskatzen sehr ähnlich, sind sie laut Pfleger doch recht aggressiv. Momentan sind gerade 2 allerliebste Jungkatzen da. Der Ausflug hat sich gelohnt.



 

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