Naturschutzgruppe Bergdietikon


 

 

Bericht über den Vortrag zum Thema Lichtverschmutzung 

Die Naturschutzgruppe Bergdietikon hat die Einwohner der Gemeinde zu einem Vortrag zum Thema Lichtverschmutzung eingeladen. Referent Rolf Schatz, Geschäftsleiter von Dark-Sky Switzerland und Gemeinderat in Langnau am Albis, informierte sowohl über die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf Mensch und Umwelt als auch über mögliche Massnahmen die Lichtverschmutzung zu reduzieren.

 

So sind heute in der Stadt Zürich in einer normalen Sommernacht mit blossem Auge ca. 400 Sterne sichtbar, ohne Lichtverschmutzung wären es bis zu 4000. Durch neue Technologien wie die LED ist es möglich, die für Beleuchtung aufgewendete Energie signifikant zu reduzieren, was wiederum dazu verleitet hellere Leuchtmittel einzusetzen als bislang. Ein Beispiel ist die Strassenbeleuchtung, bei der die bestehenden, alten Hochdruck-Natrium-Dampflampen durch moderne LEDs ersetzt werden. So wurden in der Vergangenheit die Insekten, angelockt vom Licht, von den Hochdruck-Natrium-Dampflampen verbrannt. Im Lichtstrahl der LEDs fliegen sie bis zur totalen Erschöpfung und fallen tot zu Boden. In einer Nacht finden an einer Strassenleuchte so ca. 120 Insekten den Tod.

 

Aber auch andere nachtaktive Tiere verlieren ihren angestammten Lebensraum oder finden ihren Weg auf nächtlichen Flügen oder Wander-

 

ungen nicht mehr, wie am Beispiel der Fledermäuse und Flusskrebse anschaulich erklärt wurde. Vielen der 40 Zuhörer war auch nicht bewusst, dass der Stoffwechsel von Pflanzen durch die zunehmenden Lichtimmissionen beeinflusst wird. Es ist nachgewiesen, dass ein Baum, der im Lichtkegel einer Lampe steht, viel später sein Laub abwirft als einer, der nicht durch künstliche Beleuchtung beeinflusst wird.

 

Bei dem anschliessenden Rundgang durch einen Teil der Gemeinde hat Herr Schatz auf das Verbesserungspotenzial im privaten und öffentlichen Raum hingewiesen. Mögliche Massnahmen sind der Einsatz von Leuchten, die nur von oben nach unten strahlen und zielgerichtet den gewünschten Bereich ausleuchten, die Abschirmung von vorhandenen Leuchten und die Begrenzung der Leuchtdauer.

 

Der Abend fand bei einer heissen Feuerzangenbowle im Schein des Feuers seinen Ausklang. In der gemütlichen Atmosphäre und angeregt durch die Informationen von Herrn Schatz wurde bis spät in den Abend weiter diskutiert.

 

 

Die Naturschutzgruppe freut sich bereits auf das kommende Jahr, in dem sie wieder zu spannenden Anlässen einladen wird.


Freitag, 1. November 2019

19 Uhr

Kath. Pfarreizentrum, Schlittentalstrasse 2, Bergdietikon

 

Fotos: Werner Weibel


Bericht über den Arbeitseinsatz an der Mauswieselburg

 

Am 26. Oktober 2019 trafen sich zehn Erwachsene und neun Kinder um die Mauswieselburg in der Benjeshecke in Kindhausen neu zu bauen.

 

Zunächst hatte V. Müller die alte überwachsene  Burg mit einem Bagger aus dem Gestrüpp geholt.  Mit Feuereifer ging es los. Erst wurden grosse Steine gesucht, die um zwei  Zementrohre herum als Fundament geschichtet wurden. In der Mitte wurde die  sogenannte Aufzuchtstation angelegt. Wir haben anstelle von Laub, das dieses Jahr noch immer an den Sträuchern hing, eine Packung Stroh mitgebracht und das Nest damit ausgelegt. Wir füllten damit auch die Rohre, liessen aber eine Öffnung als Eingang dazwischen frei. Darauf wurden nun Steine in den verschiedensten Variationen und unterschiedlichen Dimensionen geschichtet. Der alte Haufen war schon halb Kompost. Die Kinder fanden

Molche und Regenwürmer und legten sie behutsam unter das Gebüsch. Nach 1½ Stunden war unser Werk vollendet.

Da das Wetter mild und sonnig war, setzten wir uns auf die Wiese und genossen eine kleine Verpflegung. Die Präsidentin erzählte wie ein Mauswiesel aussieht,  wie es lebt und natürlich von was es sich ernährt. Mauswiesel sind die kleinsten Raubtiere der Welt. Alle hatten Spass und dachten bereits an einen neuen Einsatz. Es sollte aber ganz sicher keine Bärenhöhle gebaut werden!!

 

Unterdessen war Dagmar mit Jarno und Richard am grossen Tümpel. Der war voller Wasserpest, das zäh am Rechen klebte. Aber am Schluss blieb nur noch wenig Material im Teich um das im Frühling die Kröten ihre Laichfäden herumziehen können.


Fotos: Werner Weibel

Mauswiesel

Das Mauswiesel oder auch Herrmännchen genannt ist wohl das kleinste Raubtier überhaupt. Eine Verwechslung mit dem Hermelin ist rasch geschehen. Doch es gibt gut erkennbare Merkmale um sie zu unterscheiden. Die Füsse der Mauswiesel sind ganz braun. Es ist kleiner, wird ca. 30 Zentimeter gross und ca. 200 Gramm schwer. Der Hermelin hingegen hat weisse Füsse, ist ca. 40 Zentimeter gross und bis zu 450 Gramm schwer. Als geübter Jäger frisst das Mauswiesel Feld- und Schermäuse oder es weicht auf Jungvögel und Insekten aus. Beim Bauern sind die Wiesel durchaus willkommen, da sie ein bis zwei Mäuse pro Tag verzehren.

Nahrung ist bedeutend, aber auch ein auf die Mauswiesel zugeschnittener Lebensraum. Wiesel lieben das Leben im Verborgenen. In der modernen Agrarlandschaft ist dies jedoch schwer zu finden. Für die kleinen Raubtiere ist Deckung wichtig, um nicht selbst zum Gejagten zu werden. Feinde sind Greifvögel, Graureiher, Eulen und Störche. In ungemähten Wiesenstreifen können sie sich unbemerkt fortbewegen ohne dass Feinde sie entdecken. Unterschlupf finden sie in Ast- oder Steinhäufen, dort können sie gut ihre Jungen aufziehen. Vorteilhaft ist es, wenn es an einem Ort mehrere Verstecke gibt. So kann sich das Muttertier, wenn es sich gestört fühlt, andernorts zurückziehen.

Damit sich die Wiesel weiter vermehren können benötigen sie ein dichtes Netz an solch ungemähten Wiesenstreifen und Unterschlüpfen. Mit dem Schutz der Wiesel und der Aufbereitung von Unterschlüpfen profitieren auch weitere Tierarten, wie zum Beispiel Vögel, Eidechsen und Insekten.

Foto: Keven Law - originally posted to Flickr as On the lookout...

 

Aus diesem Grund wollen wir unsere Mauswieselburg an der Benjeshecke neu aufschichten und dabei etwas umgestalten und Röhren als Tunnel einbauen. Vorab muss natürlich die bestehende Burg abgebaut und die Steine gereinigt werden.

 

Falls jemand ausrangierte und witterungsbeständige Röhren spenden mag, wären die Mauswiesel sicherlich sehr dankbar dafür.

 


 

Natur pur! Ein herzliches Dankeschön an alle Landwirte, welche den wunderschönen Bewuchs an den Randstreifen ihrer Felder zugelassen haben! Nicht nur wir Menschen können die Blütenpracht geniessen, die Insekten profitieren ganz besonders davon.

 

Fotos: Werner Weibel




 

 

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